Muskuloskelettales Syndrom der Menopause: Die Menopause bringt weitreichende hormonelle Veränderungen mit sich, die sich direkt auf das muskuloskelettale System auswirken: Muskelabbau, reduzierte Knochendichte, veränderter Stoffwechsel und Schmerzmechanismen sind nur einige der relevanten Faktoren. In der physiotherapeutischen Praxis bleiben diese Zusammenhänge jedoch oft unzureichend berücksichtigt – mit spürbaren Folgen für die Behandlungsqualität.

Dieser Kurs richtet sich an Physiotherapeut:innen (sowie verwandte Gesundheitsberufe), die mit erwachsenen Patientinnen arbeiten – insbesondere Frauen ab Mitte dreißig. Angesprochen sind Therapeut:innen mit solider Grundausbildung im muskuloskelettalen Bereich, die ihr Wissen zu Menopause, Hormonen, Training und Beckenboden im Kontext „healthy aging“ systematisch erweitern möchten. Ebenfalls angesprochen sind Physiotherapeut:innen mit Schwerpunkt Beckenboden, die ihr Wissen zu ganzkörperlichem Training für (peri)menopausale Patientinnen und zur Prävention von Osteoporose und Sarkopenie vertiefen möchten.
Kursinhalte Muskuloskelettales Syndrom der Menopause
Dauer: 2 Tage
- Hormonelle Grundlagen der Peri- und Postmenopause (Östrogen, Progesteron, Cortisol, Insulin) und deren Einfluss auf Muskeln, Knochen, Stoffwechsel und Schmerz
- Muskuloskelettales Syndrom der Menopause: Zusammenhänge verstehen und klinisch einordnen
- Assessments für Kraft, Balance und Prävention im Kontext Longevity
- Trainingsplanung für (peri)menopausale Patientinnen:
- Mobilität, Funktion und Krafttraining
- HIIT und progressive Belastungssteuerung
- Anpassung an unterschiedliche Leistungsniveaus
- Rolle des Beckenbodens im Training: Integration, Warnzeichen und Modifikationen
- Inflammaging, Schlaf, Stress und Mindset als relevante Lebensstilfaktoren
- Patientinnenkommunikation: verständliche Aufklärung und Beratung
Methoden:
- Fokussierte Theorie-Inputs
- Praxisnahe Fallbeispiele
- Gruppenarbeiten und Peer-Feedback
- Entwicklung konkreter Therapie- und Trainingspläne in Peer-Gruppen
- Reflexions- und Diskussionsphasen
Kursziele
Nach dem Kurs können die Teilnehmenden:
- hormonelle Veränderungen in Peri- und Postmenopause (v.a. Östrogen, Progesteron, Cortisol, Insulin) und ihre Auswirkungen auf Muskeln (Sarkopenie), Knochen (Osteoporose), Stoffwechsel und Schmerz erklären und in Anamnese und Befund einbeziehen.
- Assessments im Bereich der Prävention für Kraft, Balance und Longevity speziell für die Zielgruppe anwenden.
- evidenzbasierte Trainingsprogramme für (peri)menopausale Patientinnen planen (Mobilität, Funktion, Kraft, HIIT) und an unterschiedliche Ausgangsniveaus anpassen – inklusive Progression und Regeneration.
- die Rolle des Beckenbodens als Basis für höhere Trainingsintensitäten berücksichtigen, Warnzeichen erkennen und Training entsprechend modifizieren.
- Aspekte wie Inflammaging, Schlaf, Stressmanagement und Mindset in die physiotherapeutische Behandlung integrieren und verständlich kommunizieren.
- konkrete Tools (Screening-Fragen, Gesprächs- und Beratungsfragen) sofort im Praxisalltag einsetzen.
Teilnehmende erhalten ein strukturiertes, evidenzbasiertes Konzept, um hormonelle Veränderungen in ihre Befundung und Therapieplanung zu integrieren – und ihre Patientinnen kompetent und alltagsnah zu begleiten.

