Nervenverletzungen und Kompressionsneuropathien der oberen Extremität stellen Therapeut:innen in der Handtherapie vor besondere Herausforderungen. Fundiertes anatomisches Wissen und ein klarer therapeutischer Aufbau sind entscheidend, um Sensibilität, Funktion und Alltagsfähigkeit gezielt zu fördern.
Dieser Kurs richtet sich an Physiotherapeut:innen und Ergotherapeut:innen, die Patient:innen mit Nervenverletzungen, Nervenkompressionen oder postoperativen Zuständen an Hand, Unterarm und Arm behandeln. Im Fokus stehen die Nachbehandlung peripherer Nervenverletzungen, die Identifikation häufiger Kompressionssyndrome sowie praktische Methoden der sensorischen Rehabilitation.
Die Teilnehmer:innen frischen ihre anatomischen Grundlagen auf, lernen relevante klinische Tests und Befundinstrumente kennen und setzen diese direkt praktisch ein. Physiologische Grundlagen werden verständlich vermittelt und mit konkreten therapeutischen Vorgehensweisen verknüpft.

Kursinhalte Handtherapie Nervenkurs
Dauer: 3 Tage
- Auffrischung der anatomischen Grundlagen in der Anatomie der Nerven
- Ätiologie und Klassifikation von Nervenverletzungen und Nervenkompressionen
- Nachbehandlung von Verletzungen des Nervus radialis, Nervus ulnaris, Nervus medianus und Plexus brachialis
- Identifikation und therapeutische Nachbehandlung von Kompressionsneuropathien, insbesondere Carpaltunnel-Syndrom und Cubital-Tunnel-Syndrom
- Klinische Provokationstests zur Erkennung von Nervenkompressionssyndromen
- Therapeutische Methoden bei Desensibilisierung, Sensibilitätsstörungen und Kompressionsneuropathien
- Sensorische Rehabilitation mit Fokus auf alltagsnahe, funktionelle Aufgaben und den Erhalt der kortikalen Repräsentation
- Praktische Anwendung verschiedener Befundinstrumente, darunter:
-
- Semmes-Weinstein-Monofilament-Test
- Zwei-Punkte-Diskriminationstest
- Shape-Texture-Identification-Test
- Moberg-Pick-up-Test
-
- Vorstellung von Outcome-Instrumenten wie dem Rosen Score
- Arbeit mit Fallbeispielen aus der handtherapeutischen Praxis
Arbeitsweise
Der Kurs verbindet Theorie und Praxis. Die Teilnehmer:innen wiederholen relevante anatomische Grundlagen, führen Befunde durch, wenden klinische Testverfahren praktisch an und vertiefen die Inhalte anhand von Fallbeispielen. Zusätzlich werden Schienen ausprobiert und therapeutische Strategien für die Nachbehandlung von Nervenverletzungen und Kompressionsneuropathien praxisnah erarbeitet.
Kursziele
Nach Abschluss des Kurses können die Teilnehmer:innen:
- Nervenverletzungen und Kompressionsneuropathien der distalen oberen Extremität besser einordnen
- zentrale anatomische Strukturen sicherer in Befundung und Therapie berücksichtigen
- klinische Tests und Befundinstrumente gezielt auswählen und anwenden
- Patient:innen mit Verletzungen des Nervus medianus, ulnaris, radialis und Plexus brachialis strukturiert nachbehandeln
- sensorische Rehabilitationsmaßnahmen frühzeitig und funktionell einsetzen
- therapeutische Entscheidungen auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse nachvollziehbar begründen


